Regelungen zum Unterrichtsbetrieb ab 05.05.21

Neuerung: Kontaktpersonenmanagement und Meldung von SARS-CoV-2- Infektionsfällen

Auszug aus dem Schreiben des

 Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
...

Eine Kontaktperson wird als enge Kontaktperson eingestuft, wenn mindestens eine der folgenden Situationen gegeben ist:


a. Enger Kontakt (<1,5 m, Nahfeld) länger als zehn Minuten ohne adäquaten Schutz
b. Gespräch mit dem Fall (Kontakt < 1,5 m, unabhängig von dessen Dauer) ohne adäquaten Schutz
c. Gleichzeitiger Aufenthalt von Kontaktperson und Fall im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aero-sole unabhängig vom Abstand für mehr als zehn Minuten, auch wenn adäquater Schutz getragen wurde.

Als enge KP eingestufte Schülerinnen und Schüler bzw. Lehrkräfte müssen sich unverzüglich für mindestens 14 Tage häuslich absondern (Quarantäne). Es gelten die Vorgaben der AV Isolation vom 14. April 2021.

Meldepflicht von positiven Selbsttests in der Schule


Zeigt ein in der Schule unter Aufsicht einer von der Schulleitung beauftragten Person von einer Schülerin oder einem Schüler durchgeführter Selbsttest ein positives Ergebnis, so teilt die Schulleitung dieses Ergebnis und den Namen sowie die weiteren in § 9 Abs. 1 IfSG genannten Angaben (soweit bekannt) zu der betreffenden Schülerin oder zu dem betreffenden Schüler unverzüglich dem Gesundheitsamt mit, in dessen Bezirk sich die Schule befindet. Das Gesundheitsamt ordnet eine PCR-Testung zur Überprüfung des Testergebnisses an und übernimmt das Management des Falls.

Neues aus dem Gesundheitsamt

 
Schnelltestungen für SchülerInnen - sinnvoll und sicher?

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

mit dem Schreiben des Kultusministeriums vom 09.04.21 findet seit Ende der Osterferien bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 Wechsel-bzw. Präsenzunterricht mit Mindestabstand statt für:

  • die Abschlussklassen der weiterführenden und beruflichen Schulen sowie der Staatsinstitute zur Ausbildung von Fach-und Förderlehrern (wie bisher)
  • die Jahrgangsstufe 11 an Gymnasien und Fachoberschulen sowie der entsprechenden Stufe der Abendgymnasien und Kollegs (neu) sowie
  • die Jahrgangsstufe 4 der Grundschulen bzw. der Grundschulstufe der Förderzentren, die nach den Lehrplänen der allgemeinen Schulen unterrichten (neu).

Im Landkreis Deggendorf bewegt sich die 7-Tages-Inzidenz um den Wert 250. Zur Zeit liegt er leider bei 248 (gemäß Daten LGL-Corona) und damit deutlich über eine 7-Tages Inzidenz von 100.

Die Teilnahme an dem Präsenzunterricht ist aber an eine Bedingung geknüpft. SchülerInnen dürfen nur an dem Präsenzunterricht teilnehmen, wenn:

  • sie einen unter Aufsicht in der Schule durchgeführten Selbsttest mit negativem Ergebnis vorweisen,
  • oder einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-oder POC-Antigen-Schnelltest, der von medizinisch geschultem Personal durchgeführt wurde, vorlegen können.

Solche Tests können z. B. in den lokalen Testzentren, bei Ärzten oder bei anderen geeigneten Stellen vorgenommen werden. Ein zuhause durchgeführter Selbsttest reicht als Nachweis nicht aus. Lehrkräfte und sonstiges schulisches Personal testen sich in eigener Verantwortung zuhause.

Auch der Besuch der Notbetreuung ist bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 nur mit einem negativen Corona-Testergebnis möglich.

Soweit der Brief vom Kultusministerium vom 09.04.21

Wie sinnvoll sind solche Schnelltests?

Bei den Schnelltests geht es darum, Virusmaterial nachzuweisen. Viele von diesen Tests funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest. Nach der Entnahme wird die Probe mit Lösungsmitteln gemischt und auf ein kleines Kästchen aufgetragen. Nach ein paar Minuten lässt sich das Ergebnis ablesen. Folgende drei Methoden für die Probengewinnung bei Schnelltests gibt es:

  • Stäbchen- oder Abstrichtest
  • Gurgeltest
  • Spuck- oder Lutschtest

Stäbchen- oder Abstrichtest

Dieser Test gewinnt eine Probe, indem ein verlängertes Wattestäbchen über die Schleimhaut von Mund oder Nase gestrichen wird und Virusteile aufnimmt. Das kann je nach Test und Entnahmeort auch etwas unangenehm sein.

Gurgeltests

Bei diesen Tests wird mit einer völlig ungefährlichen Kochsalzlösung (0,9%), wie sie häufig in medizinischen Bereichen eingesetzt wird, für eine bestimmte Zeit (meist 30 bis 60 Sekunden) gegurgelt. Die Gurgelflüssigkeit wird in ein Gefäß gespuckt und wiederum dann auf Virusbestandteile untersucht.

Spucktests

Es gibt Tests, bei denen in ein Röhrchen gespuckt werden muss und auch hier wird die Probe auf Virusbestandteile untersucht

Schnelltests weisen ein Virusteil (Antigen) nach und sind positiv, wenn man akut erkrankt ist, aber noch keine oder kaum Symptome entwickelt hat. In der Anfangsphase der Ansteckung sind die Tests in aller Regel sehr zuverlässig. Etwas später nach 2 bis 5 Tagen ist der Schnelltesthäufig negativ, während der Standard-PCR-Test noch später durch Bestimmung der Viren-RNA eine Infektion nachweisen kann. Alle Schnelltests sind in aller Regel nur empfindlich in der akuten Phase der Infektion. In dieser Phase ist aber auch die Gefahr andere Mitmenschen anzustecken besonders hoch. Die Empfindlichkeit (Sensitivität) der Schnelltests liegt je nach Untersuchung zwischen 70 und 95%, ist relativ zuverlässig. Eine hundertprozentige Verlässlichkeit ist auch bei dem PCR-Test nicht gegeben. Mit den Testungen zweimal die Woche kann es uns gelingen sehr frühzeitig, d.h. rechtzeitig, Personen zu identifizieren, die zwar in hohem Maße andere anstecken können, selber aber keine Covid 19 Symptome (Fieber, Geschmacks- und Geruchsverlust) aufweisen. Deshalb ist die Testung zweimal die Woche sehr sinnvoll.

Ist der Schnelltest sicher?

Das Gurgeln mit 0,9% Kochsalzlösung oder das Spucken in ein Gefäß ist natürlich gefahrlos und für jedes Alter zumutbar.

Auch der Abstrich im Mund-Nasen-Bereich ist völlig unproblematisch, aber für manche Menschen unangenehm. Es wurden Bedenken seitens der Wattestäbchen und ihrer Sterilisation mit Gamma-Strahlen oder Ethylenoxid geäußert. Gamma-Strahlen desinfizieren, verbleiben aber nicht an den Wattestäbchen (Physik!). Auch die Sterilisation der Wattestäbchen mit Ethylenoxid (wie viele andere Medizinprodukte) sind völlig unbedenklich. In einem Zwischenbericht des britischen „Institute of Occupational Medicine“ aus dem Jahr 2011 wird aus medizinischen Gründen für die Einführung eines occupational exposure limit (OEL) von 1 ppm (1,8 mg/m3) plädiert, d.h. erst nach einer langjährigen Exposition von Ethylenoxid in obigen Konzentrationen in der Atemluft, könnte es zu Schäden am Menschen kommen. Das kurzzeitige Abstreichen mit einem Wattestäbchen nach vormaliger Desinfektion mit Ethylenoxid stellt sicherlich noch nicht mal eine theoretische Gefahr dar.

 

Somit sind alle Formen der Schnelltests sicher und sinnvoll.

Gez. Prof. Schoenberg