Was heißt hier cool?

Ein unbeabsichtigter Rempler an der Garderobe auf dem Weg zur Pause – schon geraten sich zwei Schüler, die gerade noch friedlich im Unterricht nebeneinander saßen, in die Haare. Ein Vorfall dieser Art ist im Schulalltag keine Seltenheit und sowohl Lehrer als auch Schüler würden ihn gerne vermeiden. Geht das? In der Ganztagsklasse 6a der Mittelschule Osterhofen wurde der Versuch unternommen, zumindest die Voraussetzungen dafür zu schaffen: in ganzen zehn Einheiten „Coolness-Training“.

Die Jugendsozialarbeiterinnen an der Schule, Julia Dörfler und ihre Nachfolgerin Nadine Kramhöller, stellten die Verbindung zu Anti-Aggressivitäts – und Coolnesstrainer (AAT/CT) Dirk Reichel aus Viechtach her. Er leitete das Training an, unterstützt von den Klassenlehrerinnen Christiane Heindl und Rosina Thau. Die Zielsetzungen waren klar formuliert: Gewaltprävention, Entwicklung von Konfliktlösestrategien, Stärkung des Selbstwertgefühls.

Über den Zeitraum von November bis Februar stand einmal in der Woche für die Schülerinnen und Schüler der 6a nun regelmäßig die Schulung ihrer sozialen Kompetenzen auf dem Stundenplan. Das Angebot an Spielen und Übungen war vielfältig. Beim „Sturm auf die Burg“ oder „Eisschollenspiel“ etwa waren die Abstimmung und der Zusammenhalt in der Gruppe gefragt. Verschiedene Varianten der „Raumdurchquerung“ forderten den einzelnen Schüler: Wie reagiere ich auf Provokationen oder Beleidigungen? Bleibe ich „cool“?

Zum Abschluss des „Coolness-Trainings“ regte ein Fragebogen zur Reflektion an. Hier war unter anderem von Interesse, ob die Teilnehmer in Konfliktsituationen anders als bisher handeln würden. Unabhängig von den Antworten – ein Zertifikat für seine Coolness hatte sich jeder Schüler verdient.