Schüler erkunden die Moschee in Fischerdorf
Einen besonderen Einblick in den muslimischen Glauben erhielten die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen der Mittelschule Osterhofen am Mittwoch, 13.05.2026 bei ihrem Besuch der Moschee in Fischerdorf. Im Rahmen des Ethik- und Religionsunterrichts wurden die Kinder von Emine Sanli herzlich empfangen. Die Vertreterin von DITIB Deggendorf e.V. erklärte anschaulich und kindgerecht die wichtigsten Elemente des muslimischen Glaubens und führte die Schülerinnen und Schüler durch das Gotteshaus.
Besonders erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler darüber, dass Muslime fünfmal täglich beten – sogar nachts. „Dafür muss man wirklich den Wecker stellen“, erfuhren die Kinder überrascht. Auch der Waschritus vor dem Gebet wurde erklärt. Im Waschraum der Moschee konnten die Schülerinnen und Schüler sehen, wie sich Muslime vor dem Gebet reinigen.
Bevor die Moschee betreten werden durfte, mussten alle Besucher ihre Schuhe ausziehen. Anschließend öffnete sich für die Kinder ein beeindruckender Gebetsraum mit prachtvollem Kronleuchter und kunstvoller Gestaltung. Die Farben Schwarz, Rot und Gold verleihen der Moschee eine besondere Atmosphäre und symbolisieren zugleich die Verbundenheit vieler Muslime mit Deutschland.
Mit großem Interesse erkundeten die Kinder auch den Aufbau einer Moschee. Sie lernten die Gebetsrufgalerie des Muezzins kennen, die Predigtkanzel – den sogenannten Minbar – sowie die Gebetsnische, die in ihrer Funktion mit einem Altar verglichen werden kann. Auch eine Gebetskette und der Lehrstuhl, der „Kürsü“, von dem aus religiöse, ethische und wissenschaftliche Vorträge gehalten werden, wurden vorgestellt.
Ein besonderes Highlight war, dass ein Schüler selbst aus dem Koran vorlesen durfte. Dabei blieb es nicht nur bei theoretischen Erklärungen: Frau Sanli demonstrierte den Gebetsablauf mit Beugen und Niederknien – und die Schülerinnen und Schüler durften die Bewegungen sogar selbst ausprobieren.
Der Besuch ermöglichte den Kindern spannende und unmittelbare Einblicke in den muslimischen Alltag. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig gegenseitiger Respekt und das Kennenlernen anderer Kulturen und Religionen sind. Solche Begegnungen fördern Offenheit, Verständnis und ein friedliches Miteinander – nicht nur in der Schule, sondern auch darüber hinaus.
